Encourage creativity. Hamburg Declaration.  regarding intellectual property rights

Internationale Verlage unterzeichnen „Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen Eigentums“

Das Internet ist für den Journalismus eine große Chance. Aber nur, wenn die wirtschaftliche Basis auch in den digitalen Vertriebskanälen gesichert bleibt. Das ist derzeit nicht der Fall.

Zahlreiche Anbieter verwenden die Arbeit von Autoren, Verlagen und Sendern, ohne dafür zu bezahlen. Das bedroht auf die Dauer die Erstellung von Qualitäts-Inhalten und von unabhängigem Journalismus.

Wir treten deswegen entschieden dafür ein, den Schutz geistigen Eigentums im Internet weiter zu verbessern. Freier Zugang zu Webseiten bedeutet nicht zwingend kostenlosen Zugang. Wir widersprechen all jenen, die behaupten, dass Informationsfreiheit erst hergestellt sei, wenn alles kostenlos zu haben ist.

Der freie Zugang zu unseren Angeboten soll erhalten bleiben, zum Verschenken unseres Eigentums ohne vorherige Zustimmung möchten wir jedoch nicht gezwungen werden.

Wir begrüßen deshalb die wachsende Entschlossenheit von Bundesregierung, Landesregierungen und den im Bundestag vertretenen Parteien, die Rechte von Urhebern und Werkmittlern weiter an die Bedingungen des Internets anzupassen.

Im Internet darf es keine rechtsfreien Zonen geben. Gesetzgeber und Regierung auf nationaler wie internationaler Ebene sollten die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern besser schützen. Ungenehmigte Nutzung fremden geistigen Eigentums muss verboten bleiben.

Am Ende muss auch im World Wide Web gelten: Keine Demokratie gedeiht ohne unabhängigen Journalismus.

Juni 2009

 


 

Präsentation bei der Kommission der Europäische Union

Brüssel, den 29. Juni 2009: Heute hat der europäische Verlegerrat (European Publishers Council, EPC), dem auch die Axel Springer AG angehört, der EU-Kommission die „Hamburger Erklärung zum Schutz des geistigen Eigentums“ überreicht. Stellvertretend für die Kommission nahmen die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, und der EU-Kommissar für den Binnenmarkt und Dienstleistungen, Charlie McCreevy, das wegweisende Dokument entgegen.

Bereits am 26. Juni 2009 hatten sich die im EPC organisierten Verlage sowie der Weltzeitungsverband World Association of  Newspapers and News Publishers (WAN-IFRA) bei einer gemeinsamen Tagung in Berlin der „Hamburger Erklärung“ angeschlossen. Die Tagung fand im Hause der Axel Springer AG statt.

EPC-Präsident Francisco Pinto Balsemão, CEO der portugiesischen Mediengruppe Impresa, unterzeichnete die Erklärung für die 27 Mitgliedsverlage der EPC. Für die über 3.000 in der WAN-IFRA zusammengeschlossenen Verlegerverbände und Medienunternehmen aus mehr als 120 Ländern nahm Verbandspräsident Gavin O’Reilly, CEO der irischen Mediengruppe Independent News and Media, die Unterschrift vor.

Unterzeichner waren unter anderen Frederic Aurand (Groupe Hersant, Frankreich), Francisco Balsemão (Impresa, Portugal), Carlo de Benedetti (Editoriale L’Espresso, Italien), Carl-Johan Bonnier (Bonnier, Schweden), Oscar Bronner (Der Standard, Österreich), Bernd Buchholz (Gruner + Jahr, Deutschland), Hubert Burda (Burda Media, Deutschland), Mathias Döpfner (Axel Springer AG, Deutschland), Hanzade Dogan (Milliyet, Türkei), Stefan von Holtzbrinck (Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Deutschland), Patrick Morley (Telegraaf Media Group, Niederlande), James Murdoch (News Corporation Europe and Asia), Horst Pirker (Styria, Österreich), Didier Quillot (Lagadére, Frankreich), Gavin O’Reilly (Independent News and Media, Irland),  Michael Ringier (Ringier, Schweiz), The Viscount Rothermere (Daily Mail and General Trust, Großbritannien), Ian Smith (Reed Elsevier, Großbritannien/Niederlande), Hannu Syrjanen (Sanoma, Finnland), Robert Thomson (Dow Jones and Wall Street Journal) , Giorgio Valerio (RCS Quotidiani, Italien) und Christian Van Thillo (de Persgroep, Belgien).

Der am 8. Juni 2009 in Hamburg vorgestellten Erklärung sechs Hamburger Verlage haben sich inzwischen bereits 148 deutsche Verlage angeschlossen. Mit den Unterschriften des EPC und der WAN-IFRA hat sich nun die zunächst regional gestartete, dann innerhalb der deutschen Grenzen national erweiterte Erklärung zu einer bedeutenden internationalen Initiative entwickelt.

WAN-IFRA-Präsident Gavin O’Reilly sagte: „Wir interessieren kontinuierlich ein immer größeres Publikum für unsere Inhalte. Aber im Gegensatz zu den Print- oder TV-Geschäftsmodellen machen wir aus unseren Inhalten kein Geld. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Scheiternde Verlage nutzen niemandem, am allerletzten den Konsumenten, den Suchmaschinen und anderen Informationsaggregatoren, die derzeit riesige Profite auf Kosten unseres geistigen Eigentums machen.“

EPC-Präsident Francisco Pinto Balsemão fügte hinzu: „Ein grundlegender Schutz der demokratischen Gesellschaft ist eine freie, vielfältige und unabhängige Presse. Ohne Kontrolle unserer geistigen Eigentumsrechte ist die Zukunft des Journalismus in Gefahr. Zugleich wird damit die Möglichkeit gefährdet, Konsumenten mit qualitativ hochwertigen und vielfältigen Informationen sowie Bildung und Unterhaltung auf verschiedenen Kanälen zu versorgen. Mit dieser Erklärung rufen wir Regierungen weltweit auf, das Urheberrecht von Autoren, Verlegern und Sendern im Internet zu unterstützen.“

Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, sagte: „Ich freue mich über diesen internationalen Appell der Verlage. Er ist ein wichtiger Schritt im Interesse der globalen Internet-Gemeinde. Das Internet ist nicht der Feind, sondern die Zukunft des Journalismus, wenn auch in der digitalen Welt geistiges Eigentum respektiert wird. Es gibt vor allem zwei Ziele: Eine faire Beteiligung an den Umsätzen derjenigen, die unsere Inhalte vermarkten, und darüber hinaus die Entwicklung eines Marktes für bezahlte Inhalte in der digitalen Welt. Wir sind zuversichtlich, dass auch die Vertreter von Suchmaschinen und anderen Aggregatoren mit uns gemeinsam die Marktchancen von legalen bezahlten Inhalten im Internet erkennen, erschließen und gemeinsam nutzen wollen.“